Von Photovoltaik bis KI: SchuBS Elektrotechnik 2026 erfolgreich bei Westfalen Weser abgeschlossen

Der feierliche Abschluss von SchuBS® Elektrotechnik am 05.09.2026 bot Gelegenheit, auf die gemeinsamen SchuBS-Samstage über die 8 Monate hinweg zurückzublicken und das Engagement der Jugendlichen zu würdigen. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen aus den Unternehmen, die feierliche Übergabe der Zertifikate sowie der gemeinsame Austausch.

Burkhard Thiele, Leiter der beruflichen Bildung bei Westfalen Weser, begrüßte die Teilnehmenden und erläuterte die Bedeutung von SchuBS aus Unternehmenssicht. Angesichts des hohen Fachkräftebedarfs sei es entscheidend, junge Menschen frühzeitig für technische Berufsfelder zu interessieren und ihnen praktische Erfahrungen sowie die Möglichkeit zu geben, eigene Begabungen zu entdecken. Er hob dabei besonders das gemeinsame Engagement des Unternehmensnetzwerks und die Unterstützung durch die Eltern hervor. 

Das SchuBS-Zertifikat bescheinigte den Jugendlichen nicht nur ihre Teilnahme, sondern auch Motivation, Interesse und Durchhaltevermögen. Abschließend ermutigte Thiele die Jugendlichen, ihren Weg weiterzugehen: „Der erste Schritt ist der wichtigste und ist der richtige. Und danach wird es in irgendeiner Form weitergehen, wenn ihr denn wollt.“

Jürgen Janke, WFG / ZdI.Paderborn, würdigte SchuBS als wichtigen Beitrag zur beruflichen Orientierung, weil die Jugendlichen praktische Erfahrungen sammeln und dadurch herausfinden könnten, was zu ihnen passt – ebenso wertvoll sei die Erkenntnis, was sie später nicht machen möchten. Er hob hervor, dass alle 73 Teilnehmenden der drei bisherigen SchuBS-Elektrotechnik-Jahrgänge das Programm vollständig absolviert hätten. Dies zeige Motivation und Durchhaltevermögen, aber auch die Qualität des Projekts. Besonders dankte er den Eltern, den beteiligten Unternehmen und der Projektleitung für ihr Engagement. Seine zentrale Botschaft an die Jugendlichen fasste er so zusammen: „Findet euren Weg, macht die Sachen, die euch Spaß machen, und da werdet ihr erfolgreich sein.“

Im Kurzvortrag „Warum sich Arbeit doch lohnt“ stellte Daniel Wetter, Lehrer einer Gesamtschule, heraus, dass Arbeit weit mehr vermittle als Einkommen. Gerade angesichts gesellschaftlicher und technologischer Umbrüche seien praktische Erfahrungen, die Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen, und die daraus entstehenden Kompetenzen und Resilienz von besonderer Bedeutung. Die SchuBS-Teilnehmenden hätten bereits gezeigt, dass sie bereit seien, mehr zu tun als erforderlich und neue Erfahrungen zu sammeln. Neben der finanziellen Bedeutung von Arbeit betonte Wetter deshalb vor allem ihren Wert für persönliche Entwicklung und Handlungsfähigkeit. Seine zentrale Botschaft an die Jugendlichen: „Haltet durch, gebt nicht auf und alles, was ihr irgendwo lernt, nutzt das zu eurem Vorteil.“

Um den Eltern und Gästen einen Einblick in die Vielfalt der SchuBS-Samstage zu geben, stellten die beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen die jeweiligen Praxistage anhand von Fotos und konkreten Projektbeispielen vor.

  • Westfalen Weser: Die Jugendlichen bauten eine nachgeführte Photovoltaikanlage auf und lernten dabei praktisch die einzelnen Schritte von der mechanischen Montage über die Steuerungstechnik bis zur Programmierung kennen..
  • dSPACE: Anhand einer Ampelkreuzung erweiterten die Jugendlichen eine bestehende Steuerung, bauten Schaltungen auf und programmierten diese mit einem Raspberry Pi.
  • Janz Tec: Im Gemeinschaftsprojekt „Retro-Spielekonsole“ erhielten die Jugendlichen Einblicke in Elektronik und das Internet of Things; ein Schwerpunkt lag auf der Displaytechnik.
  • Hesse Mechatronics: Die Jugendlichen lernten die hochpräzise Ultraschall-Drahtbondtechnik kennen und arbeiteten praktisch an der Elektronik der Spielekonsole.
  • PTx Trimble: Das Unternehmen gab Einblicke in die Entwicklung von Elektronik für Landmaschinen. Im Spielekonsolen-Projekt standen insbesondere Lötarbeiten und deren Fertigstellung im Mittelpunkt.
  • CONDOR: Als Abschluss des Spielekonsolen-Projekts fertigten die Jugendlichen mithilfe von 3D-Druck und Werkzeugmaschinen das Gehäuse und montierten die Konsole.
  • Smurfit Westrock: Im Mittelpunkt standen Instandhaltung, systematische Fehlersuche und Arbeitssicherheit an Produktionsanlagen; unter anderem wurde ein Motor zerlegt und gewartet.
  • Rotte: Automatisierungstechnik wurde spielerisch und praxisnah vermittelt: In Kleingruppen programmierten und steuerten die Jugendlichen verschiedene Industrieroboter.
  • Bette: Bei einer Verdrahtungsübung arbeiteten die Jugendlichen nach Schaltplan und lernten Inbetriebnahme, Teamarbeit und Fehlersuche kennen.
  • BHK: An einer Rollenbahnsteuerung übten die Jugendlichen das Lesen von Schaltplänen, Verdrahten, Messen, die Fehlersuche und abschließende Funktionsprüfung.
  • RTB: Die Jugendlichen lernten Verkehrstechnik kennen, programmierten eine Ampelschaltung und erlebten in einem Blindenparcours die Anforderungen barrierefreier Verkehrssysteme.
  • COMPRION: Der SchuBS-Samstag umfasste zwei Schwerpunkte: Monika Grundke (IHK) und Andrea Wnendt (COMPRION) führten ein praxisnahes Team- und Vorstellungsgesprächstraining durch. Jan-Philipp Lüttke (Universität Paderborn) vermittelte im zweiten Teil KI und Berufsorientierung; die Jugendlichen erprobten Prompting, bewerteten KI-Ergebnisse kritisch und reflektierten eigene Stärken und berufliche Vorstellungen..

Bevor die Teilnehmenden ihre verdienten SchuBS-Zertifikate von Michael Lumperda und Burkhard Thiebe überreicht bekamen, richtete Michael Lumperda, Ausbildungsberater der IHK, einige einleitende Worte an die Jugendlichen und Gäste. Er hob die Bedeutung praktischer Erfahrungen für die Berufsorientierung hervor. Angesichts der Vielzahl beruflicher Möglichkeiten falle jungen Menschen die Entscheidung häufig schwer; umso wichtiger sei es, Berufsfelder konkret auszuprobieren. Die SchuBS-Teilnehmenden hätten durch ihre regelmäßige Teilnahme und ihr Durchhaltevermögen bereits besonderes Engagement gezeigt. Das SchuBS-Zertifikat dokumentiere dieses Engagement und könne deshalb bei späteren Bewerbungen einen echten Vorteil darstellen. Zugleich dankte Lumperda den beteiligten Unternehmen, die den Jugendlichen mit großem Einsatz praxisnahe Einblicke in Ausbildung und Beruf ermöglichten. Den Wert des Zertifikats brachte er auf den Punkt: „Das ist eben der Beweis, der Nachweis, dass ihr durchgehalten habt, dass ihr private Zeit investiert habt in die Berufsorientierung.“

Nach der Zertifikatsübergabe griff Burkhard Thiebe noch einmal die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung auf. Er wandte sich gegen die verbreitete Vorstellung, eine Ausbildung sei gegenüber einem Studium der weniger wertige Weg. Gerade in der Elektrotechnik würden dringend berufspraktisch qualifizierte Fachkräfte benötigt, da viele Aufgaben nicht allein mit wissenschaftlicher Qualifikation ausgeübt werden könnten. Ausbildung und anschließende Weiterqualifizierung, etwa zum Meister bzw. Bachelor Professional, eröffneten daher hervorragende Karriere- und Verdienstmöglichkeiten. Seine zentrale Botschaft: „Die duale Ausbildung ist kein Bildungsweg zweiter Klasse, sondern eine gleichwertige und für Wirtschaft und Gesellschaft unverzichtbare berufliche Perspektive.“

Die Projektleiterin Dr. Lydia Riepe, InnoZent OWL, dankte abschließend den Schülerinnen und Schülern für ihre hohe Motivation, Pünktlichkeit und regelmäßige und zuverlässige Teilnahme sowie den Eltern für ihre Unterstützung. Ihr Dank galt ebenso den Unternehmen für die aufwendige Vorbereitung und Durchführung der SchuBS-Samstage, den beteiligten Schulen und Lehrkräften sowie zdi für die langjährige Förderung. Besonders würdigte sie zudem das persönliche Engagement von Monika Grundke (IHK), Andrea Wnendt (COMPRION) und Jan Lüttke (Universität Paderborn), die SchuBS mit Angeboten zu Bewerbung und Teamarbeit sowie KI und Berufsorientierung ergänzten.

Zum Abschluss lud Westfalen Weser Eltern, Jugendliche und Lehrkräfte bei einem Imbiss ein, die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Unternehmensvertreterinnen und -vertretern zu nutzen.
 

Um SchuBS® durchführen zu können, danken wir für die Förderung durch das zdi.Paderborn der Wirtschaftsförderung Paderborn, der IHK Paderborn-Höxter  und für die Unterstützung der beteiligten Partnerunternehmen: Janz Tec, RTB, HBK, PTxTrimble, Bette, Condor, Hesse Mechatronics, Smurfit Westrock und Rotte und insbesondere dSPACE und Westfalen Weser.

Ansprechpartnerin

PD Dr. Lydia Riepe

Fachkräftenachwuchs | Projektleitung SchuBS® - Schule und Betrieb am Samstag

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