Nachbericht zum 6. Industriearbeitskreistreffen: Technische Umsetzung der Nachhaltigkeit im Engineering bei Diebold Nixdorf am Standort Paderborn
Der Industriearbeitskreis des it’s OWL Projektes DualStrat traf sich am 12. März 2026 zum 6. Mal bei Diebold Nixdorf in Paderborn. 22 Vertreterinnen und Vertreter von 9 Unternehmen und 4 Forschungseinrichtungen nahmen teil.
v.l. Magdalena Förster, Diebold Nixdorf Systems GmbH; Guido Burmeister, Paul Hettich GmbH & Co. KG ; Kai Timo Krüger, Fraunhofer IEM; Michel Scholtysik, Fraunhofer IEM; Katharina Spady, Fraunhofer IEM; Dr. Caroline Besse, Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KG; Tim Schütte, Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KG; Niklas Hoffmann, Wuppertal Institut; Laura Albeke, Diebold Nixdorf Systems GmbH; Alina Pott, dSPACE Group SE & Co. KG; Jens Kollmeier, Herbert Kannegiesser GmbH; Dr. Mathias Wöhler, Herbert Kannegiesser GmbH; Julian Grenz, BENTELER International AG; Franziska Berhorst, BENTELER International AG; Thomas Wissing de Freitas, Schmitz Cargobull AG; Tetiana Lutsenko, Universität Paderborn; Nick Schreiner, Fraunhofer IEM; Anna Schlegel, Universität Paderborn; Alexander Flekler, WAGO GmbH & Co. KG; Mark Edler, Weidmüller Interface GmbH & Co. KG, Ulrike Künnemann, InnoZent OWL e.V., Foto Diebold Nixdorf Systems GmbH
Diebold Nixdorf liefert vor allem Technologien für Bankfilialen und den stationären Handel wie Geldautomaten, Einzahlungs- und Recyclingautomaten für Bargeld, Selbstbedienungs-Terminals für Bankfilialen, Kassensysteme (POS-Systeme), Self-Checkout-Kassen, Bestell- und Service-Kioske, die dazugehörigen Softwareplattformen und -lösungen sowie Beratung, Integration und Managed Services. Die Produkte werden weltweit eingesetzt.
Am Paderborner Werk entstehen jährlich etwa 30.000 Bankautomaten, 25.000 Self-Checkout-Kassen und 100.000 Kassensysteme für den globalen Markt. Der 50.000 Quadratmeter große Standort mit 2.200 Beschäftigten nimmt eine Schlüsselrolle im deutsch-amerikanischen Konzern ein. Von Paderborn aus beliefert das Unternehmen nicht nur Europa, sondern auch den Mittleren Osten sowie Nord- und Südamerika.
Nach einer spannenden Führung mit Einblicken zu Nachhaltigkeitshebeln im Gebäudetechnik- und Facilitybereich stellte Stefan Kuhnert, Projektmanager für Hardwareengineering, die technische Umsetzung der Nachhaltigkeit vor und zwar insbesondere, wie weltweite regulatorische Anforderungen in konkrete Testfälle für Projekte bei Diebold Nixdorf umgesetzt werden. Dafür hat das Unternehmen ein sogenanntes Environmental Template (ESPECT) aufgebaut, das regelmäßig aktualisiert wird und verpflichtende Vorgaben für die Produktentwicklung macht. Damit die Produkte preislich attraktiv bleiben und im besten Fall auch weitere Vorteile bieten, wird eng mit dem Product Cost Optimisation sowie mit dem Servicetechnikerteam zusammengearbeitet.
In der weiteren Diskussion gab es einen breiten Austausch über die Nachhaltigkeits-Highlights der Unternehmen. Vorgestellt wurde unter anderem ein neues Monitoringsystem zum Energieverbrauch (Factory Data Hub), um Energiedaten frühzeitiger und detaillierter erheben und auswerten zu können. Diese Daten werden in einer unternehmenseigenen Cloud gespeichert und können in den verschiedenen Unternehmensbereichen für Prozess- und Produktoptimieren genutzt werden. Weitere Beispiele waren die Entwicklung von digitalen Zwillingen für Maschinen, eine Steigerung der Recyclinganteile für Aluminium, die Weiterentwicklung von zirkulärer Produktentwicklung gekoppelt mit frugalen Ansätzen, der Roll-out von Environmental Product Declarations, die Auswirkungen von regulatorischen Anforderungen wie CBAM auf Prozess- und Produktentscheidungen, der Umgang mit Managementsystemen, die Anpassung von Berichten an die neuen ESRS-Standards sowie die Nutzung von KI-Tools bei der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse.
Seitens der Forschungspartner stellte das Fraunhofer IEM vor, wie Künstliche Intelligenz die Erstellung von Ökobilanzen unterstützen kann.
Das Wuppertal Institut präsentierte sein Projektwhitepaper zum Digitalen Produktpass sowie Ansatzpunkt und Umsetzungspfade für die DPP-Implementierung.
"DPP-Umsetzungspfade am Beispiel Böllhoff".
https://dpp-demo.iem.fraunhofer.de/ und https://dpp-demo.iem.fraunhofer.de/whitepaper
Welche Elemente und Kriterien eine Dual Governance Map beinhalten kann, erläuterte die Universität Paderborn.
Wie geht es weiter?
Das Projekt DualStrat endet im April 2026, aber der Austausch wird im Rahmen der neuen it’s OWL Fokusgruppe „Nachhaltigkeit und Circular Economy“ fortgeführt. Das nächste Treffen findet am 01.07.2026 bei der Herbert Kannegießer GmbH in Vlotho statt.
https://its-owl.de/angebote/angebotskatalog/nachhaltigkeit-und-circular-economy/
Über den Industriearbeitskreis
Vom Herbst 2023 bis zum Frühjahr 2026 verantwortete InnoZent OWL e.V. den Industriearbeitskreis zum Thema „Strategisches Management der Dualen Transformation“. Insbesondere produzierende Unternehmen aus allen Branchen waren eingeladen, sich über einen Zeitraum von 2,5 Jahren im Rahmen von 6 Treffen zu ihrer Strategieentwicklung auszutauschen und gleichzeitig von den Forschungs- und Praxisergebnissen des Projektes zu profitieren.
Projektkonsortium
Forschungspartner
1. Fraunhofer IEM, Paderborn,
2. Universität Paderborn, Paderborn,
3. Wuppertal Institut, Wuppertal,
4. InnoZent OWL e.V., Paderborn
Industriepartner
5. HANNING ELEKTRO-WERKE GmbH & Co. KG, Oerlinghausen,
6. Schmitz Cargobull AG, Horstmar,
7. Weidmüller Interface GmbH & Co. KG, Detmold,
8. Wilhelm Böllhoff GmbH & Co. KG, Bielefeld
Förderung
Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird mit Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE) im Rahmen des Spitzenclusters Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe (it‘s OWL) gefördert.
Laufzeit: 15.04.2023-14.04.2026
Ansprechpartnerin
Ulrike Künnemann
Projektleitung | Zirkuläre Wertschöpfung, Digitalisierung, Projektentwicklung
Telefon: +49 5251 2055 - 915