Nachbericht 4. Treffen der Erfahrungsaustauschgruppe „Nachhaltigkeit und Zirkularität gestalten“ – Ansätze zur Energie- und Ressourceneffizienz
Die Erfahrungsaustauschgruppe „Nachhaltigkeit und Zirkularität gestalten“ war am 12. Februar 2026 für ihr 4. Treffen zu Gast bei der Ferrum Edelstahlhärterei GmbH in Augustdorf.
Das Unternehmen wurde 1975 gegründet, ist familiengeführt und beschäftigt ca. 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Augustdorf. Manuel Thiele und Daniel Müller führten beim Unternehmensrundgang in die spannenden und den bis dahin den meisten wohl unbekannten Prozessen der Härterei ein, wie Laserhärten, Nitrieren, Brünieren, Einsatz-, Induktions- und Vakuumhärten. Ein Zukunftsmodell ist die mobilen Laseranlage, mit der auch ein neues Geschäftsmodell entstanden ist.
Das Unternehmen hat in den letzten Jahren massive Anstrengungen unternommen, um den Corporate Carbon Footprint deutlich zu verringern. Dazu wurde eine Roadmap „Ferrum 2045“ aufgestellt, mit der eine größtmögliche Treibhausgasneutralität in den Scope 1 & 2 Bereichen erzielt werden soll. Maßnahmen bis 2030 sind unter anderem der Bezug von 100 % Grünstrom, eine Umstellung der LKW Flotte, eine größtmögliche Reduktion von Härtesalzen und damit die Reduktion von Sonderabfall sowie die Einsparung von Bioziden durch Prozessveränderungen.
Ein erster Nachhaltigkeitsbericht wurde für das Berichtsjahr 2024 nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) erstellt. Zukünftige Ziele sind die Erstellung eines Product Carbon Footprints (PCF) pro Abteilung und die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes nach dem Voluntary Sustainability Reporting Standard for SME’s (VSME). Mittel- bis langfristig ist eine mögliche Zertifizierung nach ISO 53001 – Managementsystem für Nachhaltigkeit - angestrebt, die sich an den 17 Sustainability Development Goals (SDG’s) der Vereinten Nationen orientiert.
Mit Anja Vogel von der Effizienz-Agentur NRW wurde gemeinsam in der Gruppe für Ferrum ein Auszug der Wertschöpfungskette mit der CIRCO Methode analysiert, um Wertverluste zu identifizieren und Ansatzpunkte für mögliche Kreislaufpotenziale und neue Services zu finden.
Abgerundet wurde der Nachmittag mit einem Update über den Stand der zirkulären Entwicklungen bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, bei denen es um neue Ansätze von Reparierbarkeit der eigenen Produkte, Rücknahmesysteme & Stoffströme, Lebenszyklusanalysen und Vorbereitungen auf den Digitalen Produktpass ging.
Wie geht es weiter?
Das 5. Treffen der Gruppe findet am 15. Juli 2026 bei der POS TUNING GmbH in Bad Salzuflen statt. Weitere Interessenten aus Unternehmen sind herzlich willkommen!
Ein gemeinsames Angebot von InnoZent OWL e.V. (Projekt CE:FIRE), der IHK Lippe zu Detmold, der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld und der Effizienz-Agentur NRW.
Das Projekt CE:FIRE zirkulär.frugal.regenerativ wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und des Landes NRW durchgeführt.
Ansprechpartnerin
Ulrike Künnemann
Projektleitung | Zirkuläre Wertschöpfung, Digitalisierung, Projektentwicklung
Telefon: +49 5251 2055 - 915