Elektronikbeschaffung: Industrie setzt auf Kommunikation und Kooperation

15. April 2026

Unternehmen können in Zeiten globaler Unsicherheiten ihre Elektronikbeschaffung widerstandsfähiger gestalten, indem sie auf Kommunikation und Kooperation setzen. Dieses Fazit stand am Ende der Veranstaltung „Resilienz in der Elektronikbeschaffung - Risiken und Perspektiven in einer globalen Lieferkette“, die jetzt unter reger Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Distribution, Entwicklung sowie von Verbänden und Dienstleistern am 15.04.2026 in der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld stattfand.

„Angesichts volatiler Märkte, geopolitischer Spannungen, eingeschränkter Verfügbarkeiten und steigender Preise sehen sich viele Unternehmen entlang der Elektronik-Wertschöpfungskette mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert“, betonte IHK-Referatsleiter Technologie und Innovation Uwe Lück in seiner Begrüßung. Die Veranstaltung diente dazu, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und praxisnahe Lösungsansätze zu diskutieren.

Im ersten Teil standen dabei Einblicke aus der Praxis im Fokus. Christian Gieselmann, Geschäftsführer der insensiv GmbH aus Bielefeld, die elektronische Baugruppen etwa für Pfandautomaten entwickeln, stellte in seinem Praxisbericht beispielhaft dar, wie sich die aktuelle Entwicklungs- und Produktionslage durch überteuerte elektronische Komponenten verschärft. „Wir müssen die Fertigung möglichst vieler dieser Produkte in Europa wirtschaftlich organisieren“, mahnte der Unternehmer. Ansonsten würden sich die geopolitischen und technologischen Veränderungen auf die Lieferketten weiter negativ für Deutschland und Europa auswirken. „Denn die Elektronik-Lieferkette ist die Basis der europäischen Industrie“, erläuterte Andreas Falke, Geschäftsführer beim Fachverband für Bauteil-Distribution aus Berlin. Dabei müsste die Beschaffung in Unternehmen einen höheren Stellenwert bekommen, etwa als Mitglied der Geschäftsführung, und frühzeitig auf Krisen reagieren, ergänzte Magnus Michael, Inhaber der Holtkamp Electronics GmbH aus Osnabrück.

Der zweite Teil der Veranstaltung widmete sich konkreten Lösungsansätzen für eine resilientere Beschaffung. Themen waren unter anderem die frühzeitige Erkennung von Risiken, Strategien zur Reduzierung von Abhängigkeiten sowie der Einsatz moderner Tools und Methoden im Beschaffungsmanagement. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung von Kooperationen und neuen Beschaffungsmodellen, um langfristig Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Veranstaltung: Der Bedarf an intensiver Kommunikation in der Lieferkette und stärkerer Zusammenarbeit ist groß. Viele Teilnehmende signalisierten Interesse, die angestoßenen Diskussionen in einer gemeinsamen Initiative weiterzuführen und konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund stellte Alena Kuhlmeier, Leitung Strategie und Organisation der insensiv develop GmbH, zum Abschluss der Veranstaltung einen konkreten Vorschlag für das weitere Vorgehen vor. Ziel sei es, interessierten Unternehmen einen strukturierten Rahmen zu bieten, um die identifizierten Herausforderungen gemeinsam weiter zu vertiefen, Kooperationsansätze auszuloten und mögliche nächste Schritte in Richtung einer nachhaltigen Initiative zur Elektronikbeschaffung zu definieren.

Die Veranstaltung bot damit nicht nur Orientierung in einem komplexen Umfeld, sondern setzte auch wichtige Impulse für eine nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. 

Organisatoren waren neben der IHK und der insensiv GmbH, der InnoZent OWL e.V., owl maschinenbau e.V., die IHK Lippe zu Detmold, die WEGE Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld mbH, die pro Wirtschaft GT GmbH, das GILDE Gewerbe- und Innovations-Zentrum Lippe-Detmold GmbH sowie der VDE OWL.

Interessierte, die an der zukünftigen Initiative Elektronikbeschaffung teilnehmen möchten, können sich melden bei: insensiv develop GmbH, Alena Kuhlmeier, E-Mail

Ansprechpartner

Michael Kemkes

Geschäftsführung
Innovations- und Fördermittelberatung

Telefon: +49 5251 2055 - 911
Mobil: +49 172 930 2731

E-Mail