BattOut – Was bisher geschah

Mit dem Projekt „BattOut – Batterieaussonderung in Elektronikprodukten“ haben wir uns ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Gemeinsam mit einem interdisziplinären Konsortium bestehend aus Partnern aus der Wissenschaft, Industrie und öffentlicher Hand wollen wir ein innovatives, kosteneffizientes und automatisiertes System entwickeln, das Batterien in Elektronikaltgeräten frühzeitig erkennt und vor dem Eintritt in den allgemeinen Stoffstrom ausschleust. Zum Einsatz kommen dabei moderne Technologien wie Sensorfusion, 2D-/3D-Bilderkennung und maschinelles Lernen. Ergänzt wird das System durch eine digitale Wissensplattform und ein mobiles Assistenzsystem zur Unterstützung des Betriebspersonals. Damit wollen wir zur Sicherheit auf Wertstoffhöfen und in Erstbehandlungsanlagen beitragen, Brände verhindern und zugleich die Rückführung von wertvollen Ressourcen in den Stoffkreislauf unterstützen.

Damit wir dieses Ziel erreichen können, war es wichtig, zunächst die Ausgangssituation rund um das Thema Batterien in Elektronikaltgeräten – vor allem auf Wertstoffhöfen und Erstbehandlungsanlagen – umfassend zu verstehen. Im ersten Arbeitspaket haben wir uns deshalb intensiv mit drei zentralen Fragen befasst: Welche rechtlichen Rahmenbedingungen prägen heute und künftig die Entsorgungsbranche? Wie laufen die Prozesse in der Praxis tatsächlich ab? Und welche technologischen Ansätze zur Erkennung von Batterien gibt es bereits? 

Unsere Erkenntnis: Die Entsorgungsbranche ist stark reguliert und wird sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln – beispielsweise mit Blick auf erweiterte Rücknahme- und Recyclingpflichten. Durch eine umfassende Literaturrecherche und den Austausch mit Fachverbänden konnten wir die aktuelle Lage erfassen und zugleich einen Ausblick auf künftige Entwicklungen gewinnen.

Zentral im ersten Arbeitspaket verankert ist der Blick auf die tägliche Arbeitspraxis auf Wertstoffhöfen und in Erstbehandlungsanlagen. Dort existieren eine Reihe von Herausforderungen rund um die Entsorgung von batteriehaltigen Elektronikaltgeräten, die wir mit „BattOut“ adressieren wollen. Durch Vor-Ort-Begehungen, Interviews mit Betriebsleitungen und Mitarbeitenden sowie durch teilnehmende Beobachtungen haben wir uns ein detailliertes Bild der bestehenden Abläufe verschafft. Geführt haben wir in diesem Zusammenhang 17 Stakeholderinterviews mit Fachverbänden, kommunalen Betrieben und Unternehmen der Entsorgungsbranche. Ziel war es, ein möglichst umfassendes Verständnis der Abläufe auf Wertstoffhöfen zu gewinnen, die Herausforderungen bei der Batterieaussonderung zu identifizieren und Anforderungen an ein künftiges Erkennungssystem abzuleiten. Die Interviews deckten sowohl die organisatorischen Aspekte der Annahme und Sortierung von Elektroaltgeräten als auch die praktischen Probleme bei der Erkennung und Handhabung von Batterien ab. Dabei wurden auch technologische, regulatorische und wirtschaftliche Fragestellungen berücksichtigt, ebenso wie der Informationsfluss innerhalb der Betriebe und die Akzeptanz neuer Systeme bei den Mitarbeitenden. Durch diese Gespräche konnten wir nicht nur den Status quo der Prozesse dokumentieren, sondern auch konkrete Potenziale und Erwartungen für ein automatisiertes Erkennungssystem ableiten. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in den Anforderungskatalog an ein automatisiertes Erkennungssystem ein und bilden somit eine zentrale Grundlage für die weitere Projektarbeit.

Parallel dazu führen wir eine fortlaufende Technologieanalyse durch, in der sowohl wissenschaftliche Veröffentlichungen als auch marktverfügbare Systeme betrachtet werden. Ziel ist es, den aktuellen Stand der Technik zu erfassen, die Leistungsfähigkeit bestehender Ansätze zu bewerten und mögliche Lücken zu identifizieren, an denen „BattOut“ neue Impulse setzen kann. 

Die Ergebnisse dieser Analyse bilden eine umfassende 360-Grad-Einschätzung der Ausgangssituation, was uns nun als verbindliche Grundlage für die nächsten Projektschritte dient und in Form eines Lastenheftes für die Entwicklung des Erkennungssystems zusammengeführt wurde. Basierend darauf wurde bereits ein Prototyp für das Gerät konstruiert. Bei der Erkennungssoftware wurden verschiedene Ansätze erarbeitet und prototypisch getestet. In den kommenden Monaten werden wir erste Feldtests vorbereiten, um die Praxistauglichkeit der erarbeiteten Ansätze zu überprüfen und die Entwicklung eines automatisierten Systems konsequent weiterzuführen, das den Alltag auf Wertstoffhöfen sicherer macht und zugleich die Kreislaufwirtschaft stärkt. 

Wir freuen uns, diesen Weg gemeinsam mit unseren Partnern weiterzugehen – und werden schon bald Einblicke in die technischen Entwicklungen und die Auswertung unserer Interviews geben.

Ansprechpartnerin

Alina Kornbach

Projekte 
KMU.Kompetent.Sicher | BattOut

Telefon: +49 5251 2055 - 917

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