CirQualityOWL – ein Produktionsstandort schließt Kreisläufe


Warum eine Zirkuläre Wertschöpfung die Zukunft der Industriegesellschaft sichert und den Produktionsstandort Ostwestfalen-Lippe stärkt

Durchführungszeitraum: 17.09.2019 - 16.09.2022

Plastik im Meer, knappe Bauschuttdeponieräume, teure seltene Erden, die zu 99 % im Abfall verloren sind – damit wollen sich regionale Unternehmen, vom Maschinenbau über Energietechnik, Bauwirtschaft, Lebensmittel bis zur Gesundheitswirtschaft, in Zukunft nicht mehr abfinden. Vielmehr ist ein zukunftsfester Produktions- und Wirtschaftsstandort ohne Schrott und Abfall die Vision für Ostwestfalen-Lippe.  

Produktnutzen ohne Rohstoffverbrauch – ist das denkbar, ist das machbar? Viele Produkte werden mit hohem Einsatz von exzellenter Ingenieurskunst hergestellt, um nach Benutzung am Ende auf dem Müll zu landen. Zwar werden eine Anzahl von Wertstoffen wie Stahl, Aluminium, Papier oder Glas in Stoffkreisläufen recycelt, dennoch wird heute noch immer mehr verbrannt als wiederverwendet. Zudem verhindern unerwünschte (Schad-) Stoffe eine Wiederverwertung.

Eine ideale Verwertungskette wäre dagegen, wenn ein Produkt so intelligent konzipiert ist, dass es in seinen Bestandteilen endlos wiederverwertet wird – die zirkuläre Wertschöpfung. Daher streben die Europäische Union mit der Agenda 2030 und die Vereinten Nationen mit den Sustainable Development Goals eine Circular Economy (CE) / zirkuläre Wertschöpfung (zW) an, das Land NRW hat diese Strategie mit einer eigenen Studie unterstützt. Das Land NRW als Industrieland wie auch die Region OWL als Produktionsstandort fühlen sich hier besonders herausgefordert und nehmen ihre Verantwortung an.

Die fünf Innovationsnetzwerke in Ostwestfalen-Lippe (InnoZent OWL, Energie Impuls OWL, Food Processing Initiative (FPI) OWL Maschinenbau sowie ZIG - Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL) sind mit ihren zusammen 600 Unternehmensmitgliedern bereits dabei, gemeinsam eine regionale Handlungskompetenz aufzubauen, um Produkte so zu gestalten, dass alle Komponenten nach ihrem Gebrauch wieder in einen neuen Wertschöpfungsprozess eingehen können und somit nichts produziert werden muss, was als Müll endet. Neben den Netzwerken gehören der VDI OWL (3.600 Mitglieder) und die Fachhochschule Bielefeld mit ihrem speziellen Studien-Modul Circular Economy zu den Initiatoren. Weitere 60 Unternehmen, Hochschulen, Initiativen und Institutionen haben sich bereits im Vorfeld zur konkreten Mitarbeit verpflichtet.  
 

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Das werden wir im Projekt leisten:  

Wir sensibilisieren die Akteure der Region OWL für die Marktchancen einer zirkulären Wertschöpfung. Im Ergebnis können Unternehmen, Zivilgesellschaft, Hochschulen, Verbände und regionale Gremien die spezifischen Erfordernisse beurteilen: Hier werden anhand von EU-Strategien, aufkommenden Märkten, vorhandenen Studien und funktionierenden Beispielen in OWL, national und international, Ansatz und Problemlösungspotenzial der zW OWL-spezifisch aufbereitet, verbreitet und mit den potenziellen Akteuren (in OWL) diskutiert.

Wir errichten ein regionales Capacity Building in OWL. Im Ergebnis erzeugen wir den Nährboden, auf dessen Grundlage Akteure (Unternehmen, Hochschulen, regionale Gremien) ihre nächsten Schritte konkretisieren können: Hier wird ein Wissens- und Erfahrungspool, ein Kompetenznetzwerk vornehmlich mit OWL-Akteuren in Unternehmen, Verbänden, Kommunen und Hochschulen aufgebaut, der die spezifischen Ansätze für OWL erarbeitet.

Wir entwickeln zielgruppenspezifische Qualifizierungsformate im Zusammenhang eines zW Innovationsökosystems. Im Ergebnis unterstützen wir insbesondere OWL-Unternehmen bei der praktischen Ausgestaltung ihrer zW-Ansätze: Hier werden Instrumente entwickelt, wie die Akteure – vornehmlich in Unternehmen der verschiedenen Branchen, aber auch potenzielle Kunden, z.B. Kommunen oder Handel – sich qualifizieren können, um die Potenziale der zW in ihren Prozessen zu erschließen.

Wir arbeiten die für die Akteure spezifischen ökonomischen, sozialen und ökologischen Mehrwerte heraus. Im Ergebnis werden Akteuren des zW-Innovationsökosystems wirkungsvolle Methoden zur Verfügung gestellt: Das momentan – national wie international – exponentielle Wissenswachstum zum Wirtschaftsfaktor zW wird mittels Studien und Begleitforschung zugänglich und adaptierbar für die OWL-Akteure gemacht.

Wir erzeugen eine regionale Identität für zW in OWL. Im Ergebnis werden entscheidende Kräfte der Region auf die zW fokussiert: Das neue OWL-Thema zW wird auf Grundlage des OWL Handlungskonzepts, der Erfahrungen und Beispiele in OWL zu einem Thema mit regionaler Identität für den Produktionsstandort OWL ausgebaut, um neue Kräfte zu mobilisieren, ähnlich den Beispielen EXPO Initiative OWL 2000, Region für Bürokratieabbau, Innovation und Wissen oder Digitalisierung/IT’S OWL.

Wir sorgen für einen kontinuierlichen Ergebnistransfer zwischen Akteuren in OWL sowie auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Im Ergebnis befördern wir ein abgestimmtes Handeln hinsichtlich Ordnungspolitik, Wissenschaft und Innovationsentstehung: Mit einem regionalen und überregionalen Transfer der Ergebnisse und Zwischenergebnisse wird die Region mit ihren Akteuren in die Lage versetzt, an der (internationalen) Diskussion zu zW konstruktiv teilzunehmen und förderliche Maßnahmen mitzugestalten.


Projektpartner:

  1. Energie Impuls OWL (Konsortialführer), Klaus Meyer, E-Mail
  2. InnoZent OWL, Michael Kemkes, E-Mail, Ulrike Künnemann, E-Mail
  3. Food Processing Initiative FPI, Norbert Reichl, E-Mail
  4. OWL Maschinenbau, Almut Rademacher, E-Mail
  5. ZIG - Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL, Uwe Borchers, E-Mail
  6. Fachhochschule Bielefeld, Prof. Eva Schwenzfeier-Hellkamp, E-Mail
  7. VDI OWL, Friederike David, E-Mail

Die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Bild: MariaGershuni - Eigenes Werk, Gemeinfrei

 

Das Vorhaben CirQualityOWL wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie vom Land NRW gefördert.