Zirkuläre Wertschöpfung

und die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen – warum dies den Produktionsstandort Ostwestfalen-Lippe langfristig stärkt

Am 1. Januar 2016 traten die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen in Kraft, die der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen. Diese Ziele sind auch in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie verankert und beinhalten unter anderem

  • Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit
  • Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen
  • Nachhaltige und moderne Energie
  • Nachhaltige Städte und Siedlungen
  • Sofortmaßnahmen, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu bekämpfen
  • Schutz der Landökosysteme
  • Bewahrung und nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen
  • ….

Diese Ziele werden in Zukunft nicht mehr nur gut gemeinte Lippenbekenntnisse sein, sondern zu drastischen Veränderungen führen. Betrachtet man die Bevölkerungsentwicklung und den damit verbundenen Ressourcenbedarf, können in letzter Konsequenz nur noch Strategien langfristig erfolgreich sein, die sich an diesen 17 Zielen und deren Herausforderungen orientieren.

So haben Matthias Horx und sein Zukunftsinstitut den Megatrend „Neo-Ökologie“ identifiziert, der in jeden Bereich unseres Alltags hineinwirkt, z.B. auf Kaufentscheidungen, gesellschaftliche Werte und Unternehmensstrategien. Dieser Trend entwickelt sich zu einem der wirkmächtigsten Treiber unserer Zeit, ermöglicht und befeuert durch technologische Innovationen wie die Digitalisierung. Der Megatrend verändert unternehmerisches Denken und Handeln in seinen heute elementaren Grundannahmen und erzwingt eine Neuausrichtung der Werte der globalen Gesellschaft, der Kultur und der Politik.

Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Ansatzpunkte in Politik, Gesellschaft, Forschung und vor allem seitens vieler Unternehmen. Beispielsweise hat sich NRW als typischer Produktionsstandort von Grundstoffen, Maschinenbau, Elektrotechnik, Lebensmitteln etc. auf den Weg für eine Weltwirtschaft mit neuen Wachstumserfordernissen („next growth“) gemacht.
 

InnoZent OWL will diese Herausforderungen in Zukunft verstärkt angehen!

Ein erster konkreter Schritt auf diesem Weg ist die Teilnahme am Landeswettbewerb Regio.NRW mit einem Projekt zur zirkulären Wertschöpfung – CirConomyOWL, an dem alle fünf Innovationsnetzwerke - InnoZent OWL, Energie Impuls OWL, FPI - Food Processing Initiative, OWL Maschinenbau und ZIG – Zentrum für innovative Gesundheitswirtschaft mit ihren zusammen 600 Unternehmensmitgliedern, der VDI OWL mit 3.600 Mitgliedern sowie die Fachhochschule Bielefeld beteiligt sind. Weitere 60 Unternehmen, Hochschulen, Initiativen und Institutionen haben sich in diesem Zusammenhang ebenfalls zur konkreten Mitarbeit verpflichtet.

Für die zirkuläre Wertschöpfung (Circular Economy) hat die Europäische Union einen umfassenden Aktionsplan erstellt, der alle zukünftigen EU-Programme prägen wird. Mit gutem Grund: Internationale Standorte mit hoher Produktionskompetenz bereiten sich bereits aktiv auf Circular Economy vor, um die Wachstumsbedarfe in den Wirtschaftssystemen, den Märkten der Welt mit seinen sieben – bald zehn – Milliarden Menschen dann tatsächlich nachhaltig und robust bedienen zu können.

CirConomyOWL greift die aktuellen Herausforderungen durch volatile Rohstoffpreise, die exponentiell ansteigende Verwendung von Micro-Elektronik in Bauteilen zur Internetanbindung (Industrie 4.0, Internet of Things), Verbundmaterialien in Leichtbauprodukten und Verpackungen sowie reduzierte Deponiemöglichkeiten für Baumaterialien auf.

Akteure in Unternehmen, Hochschulen, Multiplikatoren, Gesellschaft und Politik werden für die wachsenden Chancen der zirkulären Wertschöpfung qualifiziert. Hierbei werden Produkte, Bauwerke, Bauteile oder Materialien von Anfang an so konzipiert, dass sie in stetigem Kreislauf – ohne Deponie oder Downcycling – eingesetzt werden können. Durch ein gezieltes Capacity Building und die Modellierung eines regionalen Innovationsökosystems für zirkuläre Wertschöpfung werden mit CirConomyOWL Handlungsmöglichkeiten in der komplexen Akteursstruktur der zirkulären Wertschöpfung erarbeitet.

In dem zweistufigen Wettbewerbsverfahren wurde die erste Hürde im Februar 2019 erfolgreich genommen und damit können voraussichtlich ab Sommer 2019 erste Angebote für die Region an den Start gehen.

Die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Bild: MariaGershuni - Eigenes Werk, Gemeinfrei