ZIM-Antragstellung ab August 2022 wieder möglich: Was Sie beachten müssen

Mehr als acht Monate lang war die Antragsstellung beim Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gestoppt. Mit der Wiederöffnung am 03.08.2022 wurden ein paar zentrale Punkte verändert. Egal, ob Sie noch mitten in der Umsetzung stecken oder gerade einen neuen Antrag planen, sollten Sie darauf einen Blick werfen.

Neue Einschränkungen bei der Antragstellung
Wo zuvor sogar zwei ZIM-Projekte parallel laufen durften, kann jetzt erst ein Bescheid für eine ZIM-Förderung erfolgen, wenn der letzte Zuwendungsbescheid 24 Monate zurückliegt. Der Antrag darf vorab gestellt werden, die Bescheinigung wird dann aber bis zum Ablauf dieser Frist zurückgehalten.
Bei Unternehmen und Forschungseinrichtungen, deren Gesamtausgaben zu mehr als 50 % aus Zuwendungen der öffentlichen Hand bestritten werden, gilt nun das Besserstellungsverbot. In der Regel dürfen dann keinem Beschäftigten höhere Vergütungen als nach TVöDBund gezahlt werden.

Strengere Handhabung der kassenmäßigen Zuwendung
Bisher war es meistens kein Problem, wenn sich die Umsetzung gegenüber der Planung verschoben hat. Meistens laufen die Projekte doch etwas langsamer an, Personal springt zwischendurch ab oder die Lieferzeit von Materialien verschiebt jeglichen Zeitplan. Obwohl im Zuwendungsbescheid genaue Planwerte je Jahr aufgeführt werden, konnte ein Zuwendungsempfänger bisher die Gelder im gewissen Rahmen auch eher oder später als geplant abrufen. In vielen Fällen musste eine kostenneutrale Verlängerung beantragt werden, um das Projektziel zu erreichen. Diese Verschiebungen und Verlängerungen sollen nach Aussage der Projektträger „streng eingeschränkt“ werden. Wie das genau aussieht und ob es sich auf laufende Projekte auswirkt, wird das nächste Jahr zeigen. Sie sollten nach Möglichkeit ihre kassenmäßige Zuwendung im Zuwendungsbescheid prüfen, im Idealfall so nah wie möglich entsprechend der Planung abrufen und im Zweifelsfall frühzeitig den Kontakt zu Ihrem Projektträger suchen.

Umstellung auf digitale Antragstellung
Glücklicherweise können Anträge nun ressourcenschonend digital eingereicht werden. Hierfür müssen aktualisierte Formulare verwendet werden, die sich je nach Projektträger leicht unterscheiden. Bei Kooperationsprojekten, die über die AiF Projekt GmbH abgewickelt werden, müssen Sie sich zunächst auf ein Projektakronym einigen, das aber später geändert werden darf. Mit diesem muss jeder Kooperationspartner ein eigenes Formular per Mail anfordern, für das eine individuelle Antragsnummer vergeben wird. Um den Antrag einzureichen, müssen Sie im Uploadportal zunächst einen individuellen Upload-Link anfordern. Ein Förderkennzeichen haben Sie zu diesem Zeitpunkt nicht. Der Link ist 48 Stunden gültig und dort können Sie per Drag-and-Drop Ihre Dokumente unter Angabe der individuellen Antragsnummer hochladen. Sie bekommen sofort eine vorläufige Eingangsbestätigung – auf die offizielle Eingangsbestätigung mit Förderkennzeichen und Freigabe des Projektstarts müssen Sie ein paar Tage warten. Unter Angabe dieses Förderkennzeichens können Sie nachträglich weitere Dokumente hochladen.