Nachbericht: 1. progressivKI Begleitkreistreffen

Um Entwurfsprozesse für zukünftige Elektroniksysteme optimal zu unterstützen und zu automatisieren, ist – aufgrund der deutlich zunehmenden Systemkomplexität – der Einsatz von KI-Methoden unbedingt erforderlich. Durch die KI-Nutzung könnten funktional sichere Elektroniksysteme schneller und zuverlässiger entwickelt werden. Damit soll eine deutliche Innovationsbeschleunigung erreicht werden.

Am 12.05.22 trafen sich Vertreter von Elektronikunternehmen, KI- und eda-Forschung sowie Doktorandinnen und Doktoranden zu einem ersten Tagesworkshop zum Thema KI-Unterstützung im Entwurfs- und Fertigungsprozess von Leiterplatten in der Zukunftsmeile 2 in Paderborn.
 

Foto: InnoZent OWL e.V.
Von links: Dr. John; Pierenkemper, Pfeiffer, Schindler, Ghafarian, Winzen, Ueltzen, Siemen, Kutter, Mutzel, Rossa, Olbrich, Popp, Dr. Treytnar, Morla, Bisewski, Cahani, Schröder, Krummenauer, Rückert, Tolle, Dr. Stiemer, Lange, Maalouly, Eberhardt, Kleinen, Dr. Mathis, Dr.Thomas, Hemker

 

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und der Einverständniserklärung aller Teilnehmer zur Veröffentlichung von Kontaktdaten und Fotoaufnahmen sowie der Abgabe einer Vertraulichkeitserklärung, wurde das Projekt progressivKI von Herrn Dr. John vom edacentrum vorgestellt.
Die anschließende Pause wurde von allen Teilnehmern zum Kontaktaufbau und einem kleinen Imbiss genutzt.

Im Anschluss haben die Projektmitglieder Herr Christian Rückert von Binder Elektronik GmbH und Herr Marcel Olbrich EMC Test NRW GmbH über den Projektstand mit dem Schwerpunkt EMV Anforderungen an die Entwicklung berichtet. Nach der im Vorfeld erfolgten Umfrage in Form von persönlichen Interviews bei den teilnehmenden Unternehmen, sehen die meisten KMU`s das größte Optimierungspotential in der EMV Thematik.

Herr Nils Tolle von Hotoprint Elektronik GmbH & Co. KG gewährte uns im Anschluss daran einen Einblick in die Leiterplattenfertigung von Hotoprint Elektronik GmbH. Festgestellt wurde, dass die Entwicklungsdaten der in Auftrag gegebenen Leiterplatten oftmals geprüft und optimiert respektive verbessert werden müssen. 

Die durch Herrn Prof. Dr. Harald Mathis vom Fraunhofer FIT bei den teilnehmenden Unternehmen geführten Interviews zeigen deutlich einen Handlungsbedarf im Bereich EMV. Das Design zur Vermeidung von Elektromagnetischen Unverträglichkeiten beruht in erster Linie auf Erfahrungswerten der Entwickler. Eine Optimierung der Prozesse in diesem Gestaltungsbereich wurde von allen Unternehmen begrüßt. Alle KMU´s des Begleitkreises haben eine Unterstützung und Mitarbeit im Projekt angeboten. Unterschiede gab es lediglich in der Bereitstellung der zur Verfügung gestellten Daten. Zur Weiterverarbeitung verschlüsselte Daten per cloud bis hin zur Bereitstellung der Daten auf lokaler Serverstruktur sind denkbare Vorgehensweisen für die Unternehmen.

In der anschließenden offenen Diskussion, die durch Herrn Markus Eberhardt von HOOD GmbH geführt wurde, haben sich die Ergebnisse aus den vorangeführten Gesprächen verfestigt. Die Anonymisierung der Daten wurde eingehend diskutiert als auch die Notwendigkeit des Einsatzes von KI im Entwicklungsprozess, um die Wirtschaftlichkeit und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern. Festzustellen war, dass die Perspektiven eines KI Einsatzes bei den Unternehmen nicht in ausreichendem Masse vorhanden ist.

Das weitere Vorgehen wurde am darauffolgenden Tag im Kernteam Use Case #9 wie folgt zusammengefasst:

  • Angebotskatalog definieren:
  • Workshops zum Thema: Wissensaufbau KI, Anwenderschnittstelle (Info & später Training), EMV, ..tbd
  • Darstellung der Verarbeitung verschlüsselter Daten
  • Austausch mit Entwicklerseite KMU & Hochschule
  • Abstimmungsbesuche vor Ort bei den KMU`s
  • Vergrößerung der Grundgesamtheit
  • Erfassung weiterer Bedarfe
  • Vorstellung 1. Release der Plattform zum II. Begleitkreistreffen

Das erfolgreiche Auftakttreffen endete nach einer Stadtführung in Paderborn mit einem informellen Austausch beim Abendessen.

Das nächste Begleitkreistreffen wird in 2 ½ Monaten Hamm stattfinden. Eine Terminabfrage wird kurzfristig erfolgen.
 

Das Vorhaben progressivKI wird gemäß der Förderrichtlinie „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ im Rahmen der Förderbekanntmachung „Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie für das Fahrzeug der Zukunft“ aus Mitteln des BMWi gefördert.
Das Projekt wird im Zeitraum 1. April 2021 bis 31. März 2024 durchgeführt.